In den Niederlanden darfst du einen elektrischen Kastenwagen-Camper bis 4250 Kilo mit einem B-Führerschein steuern. Ein C1-Führerschein ist nicht erforderlich. Das macht elektrisches Campen für alle zugänglich, die ohne zusätzliche Prüfungen losfahren wollen.
Warum ist das erlaubt?
Für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor liegt die Grenze für den B-Führerschein bei 3500 Kilo. Elektrofahrzeuge sind durch das Akkupaket schwerer, obwohl ihre Funktion dieselbe ist. Aus diesem Grund wurde eine Ausnahme für vollelektrische Fahrzeuge gemacht: Du darfst sie bis 4250 Kilo mit deinem ganz normalen B-Führerschein fahren.
Diese Ausnahme gilt für elektrische Nutzfahrzeuge, aber auch für elektrische Camper, die offiziell als Wohnmobil registriert sind.
In welchen Ländern gilt das?
Die 4250-Kilo-Regelung stammt aus europäischen Rechtsvorschriften. Alle Mitgliedstaaten müssen diese Regel in den kommenden Jahren einführen, bestimmen aber selbst, wann. Dadurch gibt es Unterschiede im Tempo.
- Fast ganz Europa stellt auf 4.250 kg mit dem B-Führerschein um.
- Die meisten Länder werden dies zwischen 2027 und 2029 einführen.
- Deutschland und Belgien scheinen eher in Richtung 2029 als in Richtung 2027 zu tendieren.
Länder, in denen es bereits erlaubt ist:
- Niederlande
- Norwegen
- Finnland
- Mit LKW-Zulassung (mit Geschwindigkeitsbegrenzer auf 90 km/h) in den meisten europäischen Ländern
Da die Einführung je nach Land variiert, ist es ratsam, vor der Abreise zu prüfen, welche Regeln an deinem Reiseziel gelten.
Was bedeutet das für dich als Camper?
Der VAN-Jorn CHARGE bleibt weit unter der Grenze von 4250 Kilo. Das liegt am Leichtbau-Interieur und der Art und Weise, wie das Fahrzeug aufgebaut ist. Der elektrische Peugeot e-Boxer hat ein höheres Basisgewicht als ein Diesel-Bus, aber das ist bei Elektrofahrzeugen normal.
Möchtest du sichergehen, dass du überall fahren kannst, auch in Ländern, die die 4250-Kilo-Regel noch nicht anwenden? Dann kannst du das zulässige Gesamtgewicht des Campers auf 3500 Kilo ablasten lassen. Damit kannst du ohne zusätzliche Kontrollen die Grenze überqueren. Sobald mehr Länder die neuen Regeln anwenden, kannst du das Gewicht wieder erhöhen lassen. So behältst du maximale Flexibilität ohne zusätzlichen Führerschein. Du kannst den Camper auch mit einem Interieur ausstatten lassen, mit dem du unter 3500 kg bleibst. Dann musst du allerdings genauer auf dein Gepäck achten.
Fahrtenschreiber und Geschwindigkeitsbegrenzung
Für Nutzfahrzeuge über 3500 Kilo gelten in den Niederlanden eine Fahrtenschreiberpflicht und eine Höchstgeschwindigkeit von 90 km/h. Das sind Regeln, die für Fahrzeuge der Kategorie N, wie zum Beispiel Lieferwagen, gelten.
Der elektrische Peugeot e-Boxer, der bei VAN-Jorn verwendet wird, wird von der RDW als M1-Wohnmobil zugelassen. Das ist dieselbe Kategorie wie für Pkw und reguläre Wohnmobile. Daher gelten die Fahrtenschreiberpflicht und die 90-km/h-Regelung nicht, selbst wenn das Fahrzeug schwerer als 3500 Kilo ist.
Dies ist ein wichtiger Unterschied zu standardmäßigen elektrischen Nutzfahrzeugen. Daher empfehlen wir nicht, selbst einen e-Boxer zu kaufen und diesen umbauen zu lassen. Dieser Fahrzeugtyp fällt meist in eine andere Fahrzeugkategorie mit anderen Verpflichtungen. Der spezielle e-Boxer, den wir verwenden, ist von Peugeot für die Wohnmobilproduktion vorgesehen und vermeidet solche Probleme.
Es gibt auch Informationen über Sicherheitsschulungen für schwere Fahrzeuge, zum Beispiel in den Niederlanden und Österreich. In den Niederlanden ist die Teilnahme am Kurs freiwillig und oft nur für Transportprofis verpflichtend. Der Kurs ist natürlich sehr nützlich und umfasst einen Schulungstag von etwa 5 Stunden. In Österreich und Belgien besteht hingegen eine Kurspflicht. Diese kannst du als niederländischer Staatsbürger derzeit noch nicht erfüllen, daher ist die Situation etwas kompliziert.
Möchtest du lieber überall ohne Zweifel fahren können?
Wer während dieser Übergangsjahre volle Sicherheit möchte, kann sich jederzeit für den C1-Führerschein entscheiden. Für den VAN-Jorn CHARGE ist er nicht erforderlich, bietet aber zusätzliche Freiheit in Ländern, in denen die neue 4250-Kilo-Regelung noch nicht gilt. Zudem lernst du mehr über das Fahren eines schwereren Fahrzeugs, wie etwa das Bremsverhalten, die Sicht und die Stabilität.
Hast du irgendwo Zweifel? Oder hast du eine andere Frage?
Wir beantworten deine Fragen gerne und können für fast alles eine passende Lösung anbieten. Kontaktiere uns gerne per Telefon, E-Mail oder WhatsApp!






