Bis vor kurzem waren elektrische Camper vor allem kompakte Busse mit Aufstelldach. Ideal als Alltagsauto und herrlich für Wochenendausflüge. Wenn du etwas mehr Camper und etwas weniger Auto willst, suchst du schnell nach etwas Geräumigerem. Und das geht heutzutage auch ganz einfach elektrisch. Der Peugeot e-Boxer macht das möglich und der VAN-Jorn CHARGE zeigt, wie ausgereift ein elektrischer Kastenwagen-Camper mittlerweile ist. Mit einem 110-kWh-Akkupaket fährst du in der Praxis etwa 350 Kilometer.
Kurz gesagt: Elektrisches Camping ist keine Zukunftsvision. Du kannst es schon heute tun.
350 Kilometer – ist das nicht wenig?
Das geht eigentlich. Die meisten Camper legen am Tag keine größeren Strecken zurück. Mit ein paar kurzen Ladestopps bist du schnell wieder unterwegs. Der e-Boxer lädt mit bis zu 150 kW. Während du ein Brötchen isst oder dir kurz die Beine vertrittst, ist schon wieder genug Strom für mehr als drei Stunden Fahrt geladen.
Elektrisches Fahren passt auch überraschend gut zum Rhythmus des Campens. Es etwas ruhiger angehen lassen, unterwegs öfter anhalten und die Stille genießen.
Und was ist mit den Ladesäulen?
Reisen durch Europa mit einem elektrischen Kastenwagen-Camper wird jedes Jahr einfacher. Immer mehr Länder haben ihr Ladenetz hervorragend ausgebaut. Zur absoluten Spitze gehören Norwegen, Luxemburg, Dänemark, die Niederlande, Belgien, Deutschland, Frankreich, Schweden, Island und die Schweiz. Dort findest du fast überall an Autobahnen, in Städten und sogar in abgelegenen Gebieten zuverlässige AC- und Schnellladesäulen.
Auch in Ländern, die vor ein paar Jahren noch hinterherhinkten, geht es jetzt schnell voran. Österreich, das Vereinigte Königreich, Italien, Spanien, Finnland, Portugal, Irland und viele mitteleuropäische Länder bauen ihr Netz massiv aus. Vor allem entlang der Hauptverkehrsrouten und auf Campingplätzen schießen neue Ladepunkte wie Pilze aus dem Boden.
Mit ein bisschen cleverer Planung kommst du praktisch überall hin.
Aber sind elektrische Camper nicht zu schwer?
Diese Frage wird oft gestellt. Akkus haben ihr Gewicht, und das summiert sich. Die europäische Gesetzgebung macht dies zum Glück einfacher. Es wurde beschlossen, dass vollelektrische Fahrzeuge bis 4.250 kg mit einem Führerschein der Klasse B gefahren werden dürfen. Alle europäischen Länder müssen diese Regelung in den kommenden Jahren umsetzen.
Wer seiner Zeit voraus sein will, kann sich schon jetzt für einen Bus entscheiden, der für 4.250 kg ausgelegt ist. Mit einer vorübergehenden administrativen Beschränkung wird dieser auf 3.500 kg zugelassen. Damit darfst du in jedem Land mit einem Führerschein der Klasse B fahren. Sobald die europäische Regelung überall eingeführt ist, kann das zulässige Gesamtgewicht wieder angehoben werden.
Wenn du genau wissen willst, wie das funktioniert, lies unseren separaten Blogartikel über das Gewicht von elektrischen Campern.
Welche elektrischen Camper kann man heute schon kaufen?
Im kompakten Segment gibt es mittlerweile diverse tolle Optionen. Denk an Marken wie Outbase, Tonke und Ventje. Allesamt clevere, leichte und kreative Camper, die zeigen, wie vielseitig elektrisches Fahren sein kann.
Im Segment der größeren Kastenwagen-Camper sieht das anders aus. Dort ist der VAN-Jorn CHARGE derzeit der einzige voll elektrisch ausgebaute Kastenwagen-Camper in Europa. Das liegt daran, dass das Basisfahrzeug, der Peugeot e-Boxer, eine einzigartige Ausführung besitzt, die speziell für Camper-Hersteller entwickelt wurde.
Warum der VAN-Jorn CHARGE besonders ist
Der CHARGE basiert auf einer speziellen Camper-Version des Peugeot e-Boxer. Diese Variante ist baugleich mit dem e-Ducato, hat keine Geschwindigkeitsbegrenzung, einen schnelleren DC-Lader bis 22 kW und bietet Möglichkeiten, die Traktionsbatterie für den Wohnbereich zu nutzen. Diese Basis macht elektrisches Camping praktisch und zuverlässig.
Hinzu kommt das leichte, modulare Interieur. Das sorgt für Benutzerfreundlichkeit, ein geringes Gesamtgewicht und einen praktisch eingerichteten Wohnraum.
Was du standardmäßig im CHARGE findest
- Ein Lithium-Wohnsystem, das mit der Traktionsbatterie zusammenarbeitet
- Infrarot-Fußbodenheizung
- Eine herausnehmbare Induktionsküche
- Rundum-Isolierung
- Eine Außensteckdose
- Getönte Rückleuchten und ein senfgelbes Seitenpaneel
Das Ergebnis ist ein leiser, smarter Bus, in dem es sich angenehm wohnen und fahren lässt. Kampeermeneer beschrieb es einmal so:
„Der VAN-Jorn CHARGE ist eigentlich eine sehr komfortable Vogelbeobachtungshütte auf Rädern.“
Selbst einen elektrischen Camper bauen?
Das klingt verlockend, ist aber weniger einfach, als es scheint. Du kannst nicht einfach so an das elektrische System des Fahrzeugs anschließen. Zudem erfordert ein elektrischer Camper leichte Materialien, eine clevere Aufteilung und ein Gesamtgewicht, das innerhalb der 3.500 kg des Standard-e-Boxers bleibt. Die spezielle Camper-Ausführung bietet dafür zusätzlichen Spielraum.
Warum jetzt umsteigen
Elektrisches Camping funktioniert. Die Technik ist zuverlässig, die Reichweite groß genug und das Ladenetz wächst rasant. Du darfst in jede Umweltzone fahren, bist leiser unterwegs und der Wartungsaufwand ist gering.
Elektrisches Camping ist kein Experiment mehr. Es ist der logische nächste Schritt für alle, die gerne unterwegs sind und vorausschauend denken.
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